Wer wir sind und was wir wollen:

Im Folgenden wollen wir euch kurz darlegen, wer wir eigentlich sind und was wir mit unserer Zeitung erreichen wollen. Hinter jeder Zeitung stecken natürlich Namen und Gesichter, da wir aber nicht unter Druck gesetzt oder entlassen werden wollen, bleiben wir anonym. Wir sind eine Gruppe von Arbeiter_innen bei MAN in Karlsfeld, sowie einige solidarische Unterstützer_innen. Unsere Positionen vertreten wir völlig unabhängig von allen Parteien oder Gewerkschaften, da wir denken, dass diese Organisationen hauptsächlich dazu da sind, die berechtigte Wut der Arbeiter_innen „in geordnete Bahnen zu lenken“ und sie somit zu ersticken. Um zu gewährleisten, dass wir unsere Positionen so vertreten können, wie wir es für richtig halten, nehmen wir daher auch kein Geld von Parteien oder der Gewerkschaft an, sondern finanzieren unser Projekt komplett selbst. Wir haben uns als Gruppe eine strikt basisdemokratische Organisationsform gegeben, in der nach dem Konsensprinzip entschieden wird. Dass heißt, dass alle Entscheidungen von allen gleichberechtigt und gemeinsam entschieden werden und keine Meinung übergangen wird. Damit wollen wir verhindern, dass wir zu einer hierarchischen Organisation werden, in der einige wenige über die Köpfe von vielen hinweg Entscheidungen treffen. Dieses Prinzip der Herrschaft einer Minderheit über die Mehrheit halten wir nämlich für ein Grundproblem nicht nur der Parteien oder Gewerkschaften, sondern der gesamten Gesellschaft. Dem möchten wir deshalb das Konzept der Basisdemokratie entgegensetzen.
Was wollen wir also nun konkret erreichen? Zunächst einmal wollen wir, dass die Arbeiter_innen bei MAN, egal ob sie nun Festangestellte oder Leiharbeiter, jung oder alt, Schwarz oder Weiß, Mann oder Frau oder was auch sonst sind, selbstbewusst ihre Bedürfnisse und Ziele formulieren und für diese eintreten. Wichtig dabei ist für uns, dass man sich nicht darauf verlässt, dass der Betriebsrat oder gar die Unternehmensführung schon dafür sorgen werden, dass es den Arbeiter_innen gut geht. Unserer Meinung nach werden die Bedürfnisse der Arbeiter_innen nur dann überhaupt berücksichtigt, wenn diese selbst gemeinsam für ihre Ziele kämpfen und die Verantwortung nicht an einige wenige Funktionäre abgeben. Daher möchten wir mit dieser Zeitung nicht nur die Entscheidungen der Unternehmensführung kritisch kommentieren, sondern auch die Arbeit des Betriebsrates – immer streng parteiisch im Sinne der Arbeiter_innen. Außerdem möchten wir mit dieser Zeitung eine Perspektive jenseits des ständig steigenden Drucks und der Hetze am Arbeitsplatz, jenseits von Prekarisierung und Ausbeutung, Entlassungen und Sozialabbau aufzeigen. Um aus dieser gesellschaftlichen Einbahnstraße endlich herauszukommen, ist es unserer Meinung nach wichtig, sich mit bestimmten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen auseinanderzusetzen. Dazu wollen wir mit dieser Zeitung zumindest Anregungen liefern.