Wenn sie dich stressen:
Sei schlau, mach blau!

Immer weniger Wert sind die Urlaubstage im Nachhinein, wenn du gleich ab dem ersten Arbeitstag nach einem Urlaub merkst, wie schnell der Alltag, aber vor allem die Arbeit dich wieder eingenommen hat. Sie frisst dich geradezu auf. Vor allem, wenn der nächste Urlaub noch in weiter ferne ist. Was also machen?
Was machen, wenn die Arbeit zur Qual wird? Wenn der Stress, die Schmerzen oder der Druck nicht aufhören?
Ganz einfach:
Mach einfach mal blau!

Ruf kurz vor Beginn der Arbeitszeit deine_n Vorgesetzte_n an und sag, dass du krank bist und noch nicht weißt, wann du wieder Arbeitsfähig bist. Sag einfach, du meldest dich, sobald du genaueres weißt. Dann gehst du zum Arzt bzw. Ärztin und lässt dich wegen Schmerzen oder der Psyche krank schreiben. Schick die Krankschreibung per Einschreiben an deine_n Vorgesetzte_n und du kannst dich ausruhen. Bei Depression kannst du sogar alles wie gewohnt weiter machen, denn alles was dir gut tut und dich Mental wieder aufbaut, hilft dir wieder gesund zu werden. Ruf rechtzeitig an, um zu sagen, dass du noch länger krank bist (falls du noch nicht zurück kommen möchtest). Wenn du wieder in der Arbeit bist, dann gib keinen Grund an und vor allem unterschreibe nichts!
Es ist nichts schlecht daran, krank zu machen! Du erhältst keinen Dank für den Stress. Das Gehalt ist auch nicht so hoch, dass es ein gerechter Anteil für deinen täglichen Arbeitsaufwand und die Milliardengewinne ist. Außerdem gibt es noch ein Leben außerhalb der Arbeit. Mit anderen Worten: Wir leben nicht um zu arbeiten, sondern wir arbeiten um zu leben. Wenn du Kinder oder sogar Enkel haben solltest, glaubst du nicht, dass sie sich freuen dich öfter zu sehen, als immer nur am Wochenende, wo du dann noch andere Dinge zu tun hast? Es gibt wohl noch 1000 Gründe mehr, die klar machen, warum die Arbeit nicht das einzige im Leben ist, was zählt.
Tu dir was Gutes, denn von MAN bekommst du es nicht!
Mach blau!
Hier noch zwei nützliche Internetseiten zu dem Thema:
http://www.krankheit-simulieren.de/
http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Kuendigung_Krankheitsbedingt.html

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Wie funktioniert Ausbeutung?

Schon seit der Antike werden Menschen zur Arbeit gezwungen, entweder für Lohn oder weil sie als Sklaven dienten. Ohne Geld keine Nahrung, kein Haus/Wohnung, keine Medizin und keine Bildung, also all das, was wir zum Leben brauchen. Damit war also schon sehr früh eine indirekte Versklavung durch die Lohnarbeit erfunden worden. Was bedeutet, dass wir für die arbeiten, bei denen wir auch wieder einkaufen. Mit diesem System wurde auch die Klassengesellschaft schon sehr früh erfunden.
Bis heute besitzen nur wenige Menschen auf der Welt, den Reichtum, den die Mehrheit der Menschen produziert. In Zahlen bedeutet das: 1% der Weltbevölkerung hält etwa 40% des weltweiten Vermögens. Die reichsten 2% der Weltbevölkerung besitzen mehr als 51% des weltweiten Vermögens. Auf die reichsten 10% entfallen etwa 85% des weltweiten Vermögens. Auf die unteren 50% der Weltbevölkerung entfällt weniger als 1% des weltweiten Vermögens. Das ist die bittere Realität dieser vom Kapitalismus regierten Welt. Auch wenn wir unser Werk in München mal anschauen fällt auf, dass der überwiegende Teil (Produktion/Büro) der über 9000 Beschäftigten im einzelnen viel weniger verdienen als die paar Chefs (Modulleiter_innen/Werksleitung). Und mit den Werken in anderen Ländern wie Polen, Russland, Brasilien,…, werden die Lohnunterschiede zwischen den Herrschenden und den Arbeiter_innen noch größer und deutlicher.
Aber es ist nicht nur das Geld, dass uns von denen da oben unterscheidet. Es sind auch die großen Unterschiede bei den Arbeitsverhältnissen, der Arbeitsteilung und der Macht die einzelne in Unternehmen wie der MAN haben. Zwar werden die Arbeitsverhältnisse auch für z.B. Modulleiter_innen immer schlechter, da auf ihnen immer mehr Verantwortung und Druck herrscht, aber dafür verdienen sie auch um einiges besser. In der Arbeitsteilung wiederum sieht es da anders aus. Während in der Produktion jeder Handgriff zeitlich berechnet wird, geht das in den Büros kaum, egal ob bei den Chefs oder den normalen Angestellten. Deshalb ist in den letzten Jahren der Unterschied zwischen gewerblichen und kaufmännischen Angestellten so groß geworden. Auch beim Punkt Macht gibt es große Unterschiede, denn der Großteil der Angestellten und Arbeiter_innen hat einen Chef über sich und muss sich von ihm/ihr kommandieren lassen und sind gleichzeitig die untersten in dem hierarchischen System. Dieses klug ausgedachte hierarchisches System soll eine möglichst effektive Arbeitsleistung der Menschen bringen und so den Gewinn stetig steigern.
Jetzt schauen wir mal etwas genauer auf die letzten beiden Punkte, Arbeitsteilung und Macht innerhalb eines Unternehmens. Wenn wir uns eine Abteilung am Band anschauen, dann fällt schon mal auf, dass etwa 20-25 Mitarbeiter_innen (pro Schicht) auf eine_n Segmentleiter_in kommen. Hier ist schon mal zu erkennen, dass viele Menschen von einer Person geleitet werden. Die vielen Segmentleiter_innen wiederum, werden von einem/einer Modulleiter_in kommandiert, diese dann am Ende Werksleitung und das geht so weiter bis zum Vorstandsvorsitzenden von VW (vorzustellen wie eine Pyramide). Mit dieser künstlichen Hierarchie kann ein gewaltiger Druck seitens des Vorstands ausgeübt werden und übertriebene Gewinnerwartungen gestellt werden. Durch diese Strukturierung wissen alle, wie sie die Erwartungen (also den Druck) des Vorstands an ihre Untergebenen am besten weiter geben. So kommen die Befehle überall an und sollen am Ende von den Untersten, also den Arbeiter_innen ausgeführt werden, ohne dass diese sich mit legalen Mitteln wehren können. Die Mitbestimmung der Mehrheit der Mitarbeiter_innen im Unternehmen ist damit nicht mehr möglich, aber auch, weil sie unerwünscht ist.
Seit einiger Zeit gilt Teamarbeit als Vorgabe in den Abteilungen. Das heißt, alle arbeiten zusammen (kennen also am besten alle Arbeitsplätze) und unterstützen sich gegenseitig, statt nur für sich an ihrem Arbeitsplatz zu stehen. Damit sollen nicht ganz ausgelastete Arbeiter_innen dazu gezwungen werden, ihren überlasteten Kollegen und Kolleginnen zu helfen. So können Mitarbeiter_innen gespart und die Taktzeit verkürzt werden. Damit aber nicht genug, denn mit diesem System soll der
gegenseitige Druck auf die Kolleginnen und Kollegen erhöht werden. Hier wird auch ganz bewusst mit der Psyche des Menschen gespielt. Mit den Schuldgefühlen gegenüber denen, die viel zu tun haben (denn die üben dann Druck auf ihre Kollegen und Kolleginnen aus). Alle sollen helfen wo sie nur können, egal wie viel Arbeit sie selbst schon haben. Dazu kommt, dass immer Maschinen eingesetzt werden. Diese helfen den Menschen einerseits, aber bringen auch Zeitersparnis und damit kürzere Taktzeiten (also mehr Stress mit sich). Aber auch mit der Angst vor einem Arbeitsplatzverlust wird bewusst gespielt, indem immer wieder Krise herrscht, trotz hohen Gewinnen. Dazu kommen Wirtschaftstreue Medien und Parteien/Gewerkschaften, die uns Sätze wie „sein wir doch froh, dass wir überhaupt Arbeit haben“ in den Kopf brennen. Mit Methoden wie dem AVP, also dem einstufen von Mitarbeiter_innen bei Erkrankung, bis sie sich bei der Personalabteilung rechtfertigen müssen, wird ein Klima der Angst verbreitet. Bewusst werden auch Leiharbeiter_innen oder Befristete eingestellt, um Leute zu haben, die sich verpflichtet sehen, jede Drecksarbeit zu machen.
In anderen Worten, alles was in einer Firma passiert, ist so gewollt, es ist so berechnet worden. Dafür gibt es sogar schon seit über 100 Jahren eine Wissenschaft, die sich nur damit beschäftigt die Produktion noch effektiver zu gestalten. Angefangen hat alles mit dem Taylorismus*, der heute noch als wichtige Grundlage in der Unternehmenspolitik jeder produzierenden Firma gilt. Eine Wissenschaft, die den Mensch zur Ware gemacht hat, zur Arbeitskraft wie ein Roboter, ohne menschliche Bedürfnisse.
Wir könnten zu diesem Thema noch weiter ausholen und bräuchten, dann wohl noch einige Seiten mehr. Doch unser Ziel war es zu zeigen, dass die Dinge nicht so sind, weil sie halt einfach so sind, sondern weil sich Menschen überlegen, wie man die Produktion immer noch effektiver gestalten kann. Bis wir irgendwann mit Windeln arbeiten, weil uns die Zeit für den Toilettengang fehlt.
Auf diese Politik gibt es nur eine Antwort: STREIK!

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Mach mal Pause!

Schneller! Mehr! Und kein Ende der Profitgier.
Langsam geht es aber nicht mehr. Vor allem nicht schneller und auch nicht Mehr. Du bist schon erschöpft, am Freitag am meisten. Nur das Wochenende kannst du zur Erholung nutzten. Doch auch da hast du Dinge zu erledigen. Aber es sind nur zwei Tage, Samstag und Sonntag. Was machen, wenn Samstag auch gearbeitet wird? Jahre über Jahre vergehen und es wird schlimmer. Rente noch weit weg, aber die chronischen Schmerzen sind schon langsam zu spüren. Oder sie sind schon längst da.
Wer bezahlt dir das? Ein kaputter Körper. Ist der überhaupt zu bezahlen? Wenn es eine Summe geben würde, dann wäre sie so hoch, dass kein_e Arbeitgeber_in sie je bezahlen könnte. Dein Körper geht kaputt! Und kein Geld der Welt kann das wieder gut machen. Kein Mensch hat das Recht dir das anzutun! Doch die Kollegen/Kolleginnen nerven zum Teil wie Chefs: „Schneller! Schneller!“.
Dann mach trotzdem langsam, nutz die Taktzeit voll aus (oder auch mal mehr). Mach mal Pause!
Denn du hast es dir verdient!

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Über den 1.Mai:

Auch dieses Jahr werden wieder Millionen von Arbeiter_innen auf der ganzen Welt zum 1. Mai auf die Straße gehen. Wie jedes Jahr tragen wir damit einerseits unsere Belange an die Öffentlichkeit und feiern andererseits die Errungenschaften jahrzehntelanger Kämpfe. Bereits 1890 wurden der 1. Mai von der internationalen Arbeiter_innenbewegung zum „Kampftag der Arbeiterklasse“ ausgerufen und seitdem jedes Jahr überall auf der Welt begangen. Der Tag wurde gewählt, weil einige Jahre zuvor auf einer Arbeiter_innenversammlung in Chicago (USA) mehrere Arbeiter_innen willkürlich von der Polizei verhaftet wurden und anschließend grundlos zum Tode verurteilt wurden. Der 1. Mai ist also ein traditionelles Symbol des Kampfes gegen die Unterdrückung und Erniedrigung, der lohnabhängige Arbeiter_innen tagtäglich ausgesetzt sind. In der Bundesrepublik Deutschland ist der 1. Mai als „Tag der Arbeit“ zwar ein offizieller Staatsfeiertag. Doch der Ursprung und Sinn des Ganzen wird dabei völlig verdreht, auch von den DGB-Gewerkschaften. Es kann nicht darum gehen, die Lohnarbeit und die damit verbundene Ausbeutung abzufeiern. Statt dessen geht es darum, für eine Gesellschaft einzutreten, in der die
Arbeiter_innen den Reichtum, den sie produzieren, endlich selbst behalten können und nicht an die Besitzenden abtreten müssen. Gerade in der jetzigen Wirtschaftskrise zahlen wir Arbeiter_innen die Zeche für das Versagen des Kapitalismus, ob nun unsere Gehälter gekürzt werden, unsere sozialen Rechte abgebaut werden oder ob wir gleich arbeitslos werden. Der zerstörerischen kapitalistischen Logik müssen gerade am 1. Mai Werte wie Freiheit, Solidarität, Gleichheit und radikale Demokratie entgegengehalten werden, um die Ausbeutung eines großen Teils der Menschheit endlich zu beenden. Nur mit der vereinten Kraft von uns allen, ob schwarz oder weiß, Mann oder Frau, alt oder jung, fest oder auf Leihbasis angestellt, erwerbstätig oder arbeitslos, kann sich einmal wirklich etwas ändern! Beteiligen wir uns also alle gemeinsam an den Aktivitäten zum 1. Mai in München, um ein starkes Zeichen zu setzen!

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KVP…

… heißt „kontinuierlicher Verbesserungsprozess“ und ist eine einfache Art und Weise, vor allem die Produktivität zu steigern und somit noch mehr Gewinn aus den Arbeiter_innen zu schlagen. Die Methode ist einfach: Einer_Einem Arbeiter_in fällt auf, dass z.B. durch die Verschiebung von Behältern der Arbeitsplatz „ergonomischer“ wird. Die Arbeit ist dann also für die in dem Bereich arbeitenden Arbeiter_innen einfacher und dadurch zeitlich schneller zu erledigen. Er_Sie schickt den Vorschlag ein und Meister_innen, Modul- und Segmentleiter_innen sowie Prozessleiter_innen schauen sich die Idee an und setzen sie nach Begutachtung und Planung um. Der_die Arbeiter_in freut sich auf die Prämie, vor allem, weil sie durch die für das Unternehmen gewinnbringende Idee hoch ausgefallen ist. Doch eben da liegt der Haken an der ganzen Sache. Das Unternehmen ist der wirkliche Gewinner. Denn das, was vor allem im Sinne des Unternehmens ein guter Vorschlag ist, ist nicht auch für die Arbeiter_innen ein guter Vorschlag. Schon alleine dass, was die Firma durch solche Ideen in Zukunft mehr verdient, ist um ein vielfaches höher, als dass, was der_die Arbeiter_in als Prämie bekommt. Aber mal abgesehen davon, wie hoch die Prämie ist, den Preis von mehr Stress bei der Arbeit bis hin zu Entlassungen bzw. weniger Neueinstellungen müssen wir zahlen. Was wir in den letzten Jahren mitgemacht haben, ist nur der Anfang. Die Arbeit wird schwerer, der Konkurrenzkampf untereinander künstlich verschärft und der Druck auf jede_n von uns wird größer. Es ist also nicht unser Schicksal, sondern unser mitdenken und unser gemeinsames handeln, was uns andere Verhältnisse schafft. Es gab schon Menschen, die haben an ihrem Arbeitsplatz so viel eingespart, dass ihnen die Arbeit zu viel wurde. Andere haben es geschafft, Kollegen und Kolleginnen durch solche Vorschläge zur Entlassung zu „verhelfen“. Aber da hat auch schon mal gemeinschaftliches und solidarisches Kämpfen gegen solche Entscheidungen geholfen. Es ist ja nicht schlecht, wenn Arbeiter_innen in die Entwicklung ihrer Arbeitsplätze miteinbezogen werden. Doch die Arbeiter_innen müssen selbst und ohne Zustimmung irgendwelcher Gremien entscheiden können, wie der Arbeitsplatz aufgebaut sein soll. Oberstes Ziel sollte dabei nicht der Gewinn des Unternehmens sein, sondern das Wohl der Arbeiter_innen.
KVP dient nur dazu den Gewinn zu steigern! Überlegt also genau, ob sich eine Veränderung des Arbeitsplatzes nicht negativ für uns alle auswirkt…

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Solidarität ist unsere Waffe!

Solidarität ist unsere Waffe, weil wir nur zusammen stark sind! Leiharbeit, Befristung oder Kündigungen treffen einzelne, gemeint sind wir aber alle! Flexibilität heißt heute nicht mehr nur Überstunden und Samstagsarbeit, sondern auch unsichere Arbeitsverhältnisse. Deshalb ist es wichtig zusammen zu stehen und gemeinsam zu kämpfen! Wir sind alle auf sichere Arbeitsplätze angewiesen und wünschen uns das auch für unsere Kinder. Aber die Verhältnisse ändern sich wieder, eine Krise folgt der nächsten und die nutzen die Konzerne zu ihrem Vorteil aus. Immer weitere Einsparungen, immer mehr Anforderungen und immer weniger Rechte sind das Ergebnis dieser Politik. Was wir als kleine Leute denken, spielt mittlerweile keine Rolle mehr. Auch die großen Gewerkschaften sind auf der Seite der Kapitalisten und der wirtschaftstreuen Politik. Mehrere Gesetzte und Regelungen in Politik und Betrieben haben sie in den letzten Jahren schon zugestimmt, die die Verhältnisse nicht verbessert, sondern sogar verschlechtert haben. Weil eben auch die Gewerkschaften uns mittlerweile eher schlecht als gut gegenüberstehen, müssen wir selbst für bessere Verhältnisse sorgen! Gegeneinander arbeiten und sich gegenseitig stressen bringt uns nicht weiter! Stattdessen müssen wir zusammenhalten und gemeinsam für bessere Verhältnisse sorgen, weil wir alle betroffen sind! Gemeinsame Ziele schaffen und gemeinsam dafür kämpfen, denn nur gemeinsam sind wir stark!
Solidarität ist unsere Waffe!

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Rassismus ist keine Lösung!

Immer wieder hören wir rassistische Äußerungen über bestimmte Menschen und ihrem Verhalten. „Die Türken haben so eine Mentalität, die Griechen sind so und die Deutschen haben so eine Kultur.“ In den Klos stehen rassistische Sprüche und aus der „BILD“ wird der größte Scheiß verbreitet. Liebe Kolleginnen und Kollegen, so darf das nicht weiter gehen!
Wenn die „BILD“ schreibt, wir zahlen für die faulen Griechen, heißt das nicht, dass das so ist und vor allem nicht, dass deshalb alle Griechen faul sind, weder in Griechenland noch bei der MAN! Wenn Türken und Araber mal wieder in den Medien als die Bösen dargestellt werden, heißt das nicht, dass man dieses Schubladendenken übernehmen muss! In erster Linie sind wir alle Menschen, mit den selben Bedürfnissen, egal welcher Abstammung! Wir arbeiten zusammen, lachen über den selben Blödsinn, haben alle fast die selben Probleme und so weiter. Warum sollten wir uns gegenseitig das Leben schwer machen, in dem wir andere nur wegen unserem eigenen intoleranten Denken verurteilen? Warum sollten wir uns selber in eine Schublade stecken und uns damit selber von anderen abgrenzen?
Ein Staat ist nur dafür da, die Menschen besser zu kontrollieren und ein ungerechtes System (Kapitalismus) durchzusetzen. Das Zugehörigkeitsgefühl für eine Nation ist nur dafür da, dass wir uns als Teil eines Staates sehen, bzw. glauben, erst dann eine Identität zu haben. Wir haben eine individuelle und persönliche Identität als Mensch und brauchen keine nationale/rassistische Identität. Und wenn uns die Medien sagen, dass es uns nur wegen den Anderen schlechter geht, bzw. es den Anderen nur wegen uns besser geht, dann liegt das nicht an der Nationalität/Kultur, sondern am Kapitalismus, der für die Unterschiede verantwortlich ist! Auch zu sagen, die „XY“ haben keine oder eine schlechte Kultur ist ein rassistisches Schubladendenken. Ein Beispiel, auch in arabischen Ländern gibt es Frauenrechte und ein friedliches zusammenleben zwischen Moslems und Christen bzw. Juden, auch wenn uns immer ein andres Bild gezeigt wird.
Gerade in Krisenzeiten wird die Schuld in „kulturell anders lebenden“ Menschen gesucht und sie für die Probleme verantwortlich gemacht. Denn die kann man ja schnell unter einen Hut stecken (z.B. „die Juden“) und behaupten, solch eine Mentalität hätte man selbst nicht, weil da wo man her kommt andere Regeln oder Werte herrschen. Wir müssen aufhören die Menschen in Kulturen und Nationen zu unterteilen! Denn wir sind alle Menschen mit eigenen bzw. individuellen Interessen und Gedanken, egal von woher wir kommen! Und am Ende haben wir doch alle die gleichen Bedürfnisse und Probleme.

Und stell dir vor, du müsstet für „dein“ Land in den Krieg ziehen und stehst auf einmal deinen besten Freunden/Freundinnen und Kollegen/Kolleginnen gegenüber. Hättest du Lust auf sie zu schießen, nur weil sie eine andere Staatsangehörigkeit haben?

Weil der Mensch ein Mensch ist – Klassenkampf statt Vaterland!

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Individualismus gegen Klassenkampf

Familie, Haus/Eigentumswohnung, mindestens ein Auto, neuestes Smartphone und Fernseher, Versicherungen, und so weiter. All das soll Wohlstand, Glück und Sicherheit bieten und den Menschen von heute wichtig sein. So sagt uns das zumindest die Werbung. Jeder Mensch der arbeitet, hat sein Glück angeblich selbst in der Hand und wenns nicht reicht, hilft die Bank mit einem guten Kredit nach. Das wir uns nur selbst versklaven, wird uns nicht gesagt. Alles hat seinen Preis, vom Kauf bis zum Unterhalt und wenns sein muss (und so ist es aber fast immer), dann muss ein Kredit nachhelfen. Alles zu- bzw. abzubezahlen wird zur Lebensaufgabe eines/einer Arbeiter_in. Die Wirtschaft will uns ein Gefühl der Einzigartigkeit vermittelt. Das was wir kaufen ist einzigartig, nichts ist so gut wie dieses Produkt. Auf der anderen Seite sollen wir denken, wir haben etwas ganz besonderes gekauft, dass nur uns in diesem Moment glücklich macht. Glücklich machen uns aber die Dinge langfristig nicht und so müssen wir immer neue Produkte kaufen, um uns zufrieden zu fühlen. Das wir aber hart dafür arbeiten müssen erwähnt keine_r. Damit ist das viele Arbeiten schon vorausgesetzt, also „normal“ oder wie man so sagt „ist halt so“. Gehst du hart arbeiten, willst du dir natürlich was gutes gönnen. Willst du dir was gutes gönnen, musst du aber viel arbeiten. Und so beginnt der Teufelskreis. Wir werden zu Einzelkämpfer_innen erzogen, die sich in der Arbeit durchsetzten sollen, um genug zu verdienen. Denn das Leben wird ja immer teurer und eine Krise folgt der nächsten, sodass immer Angst um den Arbeitsplatz herrscht. Aussichten auf Karriere oder einfach nur die Angst um die eigene Existenz, lässt uns dann immer mehr zu Gegner_innen statt zu Kollegen und Kolleginnen werden.

Und genau da liegt das Problem. Obwohl wir alle im selben Boot sitzen, verhalten wir uns zu oft Egoistisch und machen uns selber nur noch mehr kaputt. Die einen denken, wenn sie Karriere machen, geht es ihnen besser und die anderen denken, Hauptsache ich behalte meine Arbeit, sollen sie doch wen anders einsparen. Doch weder geht’s dem, der Karriere macht besser, noch schützt Egoismus vor Arbeitsplatzverlust! Die einzigen Gewinner im Kapitalismus sind nur die ganz hohen Chefs in den Konzernen. Alle anderen Arbeiten nur für sie und müssen ihre Leistung bringen. Wer also denkt, den anderen davon schwimmen zu können, in dem man härter arbeitet, denkt falsch! Denn genau das wollen die Kapitalisten, dass wir uns für sie kaputt arbeiten und denken, wenn wir hart arbeiten, erreichen wir schon was.

Leider funktioniert diese Lüge und so wurde der Gedanke eines Klassenbewusstseins aus den Köpfen der Menschen verdrängt. Dabei ist es sehr wichtig, zusammen zu halten und sich nicht zum modernen Sklaven machen zu lassen! Einsparungen treffen uns alle, ob Bandarbeiter_in, Meister_in, oder sonst wen in einer Firma (außer natürlich die höchsten Chefs, denn wer spart sich schon selbst weg…) und genau das ist das was uns verbindet. Wir entscheiden alle nicht über unser Wohl, sondern die Kapitalisten. Werden Mitarbeiter_innen eingespart bedeutet das für die einen Arbeitslosigkeit und für die anderen mehr Arbeit. Wir müssen endlich wieder lernen, dass wir in einem Boot sitzen! Wir gehören einer gesellschaftlichen Schicht an, der Arbeiterklasse. Und genau das müssen wir wieder begreifen, denn nur gemeinsam sind wir stark! Und nur gemeinsam können wir erreichen, dass es uns allen wirklich gut geht!